02.08.2011

Puquio-Cusco

 

Frühmorgens ging es weiter in Richtung Cusco. Wieder fuhren wir von 3200m auf 4600m und blieben auch ziemlich lange und hügelig auf dieser Höhe. Am Nachmittag erreichten wir auf 4300m ein einsames Restaurant und assen seit langem wieder einmal eine richtig grosse Portion. Das Restaurant war sehr gemütlich und die Leute unheimlich nett. So fragten wir, ob wir hinter dem Haus unser Zelt aufschlagen dürfen. “Auf gar keinen Fall! Da Draussen fällt das Thermometer weit unter den Gefrierpunkt! Ihr zeltet hier drinnen im Restaurant!” So stellten wir unter beobachtenden Blicken inmitten der essenden Gäste unser Zelt auf und wir hatten wunderbar warm…

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Im Verlaufe des Abends füllte sich das Restaurant und wir wurden wieder einmal kräftig ausgefragt. Eine Gruppe Peruaner kam herein und verfiel in totale Euphorie: “Euch haben wir gestern auf der Strasse gesehen! Wir haben euch fotografiert!” Ein paar Unterhaltungen und Fotos später, durften wir endlich todmüde in unsere Schlafsäcke kriechen.

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Am nächsten Morgen erreichten wir die Hochebene und fuhren entlang tiefblau glitzernden Lagunen mit gelb leuchtenden Grasbüscheln und schneebedeckten Bergen am Horizont. Die Landschaft kam uns total surreal vor. So kitschig, wie wenn jemand einfach ein riesiges Gemälde aufgehängt hätte. Einfach Wahnsinn!

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Die dünne Luft spürten wir beim Radeln kaum. Jedoch bekamen wir plötzlich Konzentrationsstörungen und fuhren des Öfteren fast in den Strassengraben. Oli rechnete dann die Distanz zum nächsten Ort aus und prompt verrechnete er sich um das Doppelte. Dank einer rasanten Abfahrt über 1000 Höhenmeter erreichten wir aber das Dorf Pampamarca noch kurz vor Sonnenuntergang. 100m vor dem Dorf knallte es an Milena’s Hinterrad und die Luft war innert einer Sekunde aus ihrem Pneu. Ihr Fahrrad kam so dermassen ins Schwaddern, dass sie beinahe einen üblen Sturz hingelegt hätte. Der Übeltäter war ein gut 6cm langer Nagel, welcher sich durch Reifen und Schlauch in die Felge bohrte. Wir bekamen ihn nur mit viel würgen wieder raus.

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Zu unserem Glück war auch noch die einzige Hospedaje im Dorf geschlossen und die Leute verstanden uns nicht. Die Meisten von ihnen konnten nur Quechua und wir kamen mit Spanisch kaum durch. So fragten wir einen Lastwagenfahrer, ob er uns ins nächste Dorf mitnehmen würde. Hätte er gerne gemacht, aber auch er hatte eine Panne und wartete auf eine neue Batterie die irgendwann in der folgenden Nacht eintreffen sollte. Nachts fahren wollten wir auf keinen Fall. Wir durften dann bei einer Frau, die zum Glück Spanisch konnte und ein Restaurant besitzt übernachten. Hinter dem Restaurant hatte sie zwischen tausenden von Kartoffeln zwei Betten mit je fünf Wolldecken für uns. Dass es in dem Zimmer nach verwestem Tier roch, ignorierten wir gekonnt. Wir hatten dank der Kälte sowieso verstopfte Nasen…

Die Menschen hier in den Anden leben extrem einfach. Sie haben ein Steh-Plumpsklo und das Wasser ist so kalt, dass man wohl freiwillig niemals duschen würde. Meistens ist das Wasser sowieso gefroren und dann hat es einfach gar keines. Die Leute waren erst sehr scheu und sprachen kaum etwas. Dann aber brach das Eis schlagartig und Milena wurde auf Quechua ausgefragt. Wir hätten unbedingt ein paar Wörter lernen sollen, aber wir wussten nicht, dass sie hier schon fast ausschliesslich diese Sprache sprechen. Mit Händen und Füssen ging es aber auch etwas. Die Familie hatte einen süssen Hund, welcher wohl auch noch etwas jung war. Als wir den Schlauch aufpumpten biss er in die Pumpe, in den Gepäckträger und schliesslich auch in Milena’s Jacke. Dann wurde er richtig übermütig und rannte wie wild umher. Dann warf er Milena etwas vor die Füsse und erwartete, dass sie nun mit ihm spielt. Beim genaueren hinsehen stellte sie dann fest, dass vor ihren Füssen ein abgetrenntes Lama Bein lag. Das war’s dann mit Spannung, Spiel und Spass.

Die Leute waren sehr freundlich und auffallend ruhiger als die teilweise etwas rüppelhaften Küstenbewohner Peru’s. Das Leben, welches die Menschen hier oben führen ist bitterhart. Tagsüber ist es kalt, weil es windet und sobald die Sonne hinter den Bergen verschwindet gefriert alles. Das kommt einem wirklich vor, wie wenn gleich eine Eiszeit kommen würde. Winter ohne Heizung und ohne Feuer. Zudem zieht es durch alle Ritzen der Holz- oder Lehmbauten. Das ist nochmals was ganz anderes als ein eiskalter Schweizer Winter…!

Am nächsten Morgen mussten wir wegen einer Lamaherde, welche vor dem Tor gerade fleissig mit schweren Säcken beladen wurde noch etwas warten. Die Lama’s waren wunderschön. Schneeweiss mit pinken Bändeln (so wissen sie, welche Lama’s wem gehören) an beiden Ohren und sie waren riesig. Auch die Esel hier sind total flauschig und süss! Ganz langsam schoben wir unsere Räder zwischen den Tieren hindurch. Wir erregen mit unseren eigenartigen Gefährten nämlich nicht nur die Aufmerksamkeit von Menschen, sondern auch die von Tieren. Gerade Lama’s erschrecken sich nicht selten ab uns und starren uns ganz schockiert an.

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Der nächste Pass über 4200m (laut unserem Bike-Buch) wartete auf uns. Auch dieser mutierte sich komischerweise auf 4556m. Wachsen die peruanischen Berge eigentlich?

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Wie auch immer, diese 800 Höhenmeter strampelten wir dennoch schnell ab und dann pedalten wir wieder auf rund 4300m dahin. Wir fuhren ganz konzentriert und eigentlich sollte es jeden Moment rasant bergab gehen. Unser nächstes Etappenziel sollte nämlich nur noch auf 2900m liegen. Aber jede Abfahrt war nur sehr kurz und wir kletterten immer wieder hoch auf über 4300m. Bei einer Steigung überholte uns ein hübsches Wohnmobil und zwei Leute winkten uns zu. Als sie vorbei waren erkannten wir erst das Berner Nummernschild und wir fuchtelten wie wild. “Oli, das sind Schweizer! Halte sie auf!” Leider aber fuhren sie weiter und wir dachten erst, sie hätten das winken nicht gesehen. Keine 10min später überholte uns dann ein Motorradfahrer. Und wer war es??? UWE…!!! Der hat uns tatsächlich eingeholt! Wir hielten an und redeten eine Weile. Wir wollten dann zusammen Mittagessen kochen, aber hier oben auf der windigen Hochebene war das etwas ungemütlich. So fuhren wir noch ein Stück weiter in der Hoffnung, dass es bald abwärts geht. Weiter oben warteten dann tatsächlich die Beiden mit dem Wohnmobil. Ursula und Peter Steinmann, beide 60 Jahre alt, fahren zwei Jahre lang mit ihrem tollen Gefährt von Halifax nach Patagonien. Auch sie waren für ein Mittagessen und so fuhren wir alle los. Milena und Oli mit Fahrrädern voraus, dann das Wohnmobil und das Motorrad. Muss ziemlich amüsant ausgesehen haben… Auf einer Wiese parkierten wir dann und Ursula und Peter packten Stühle und Tisch aus. So trafen wir uns alle, auf 4200m Höhe inmitten des Nirgendwo und assen gemeinsam Nudelsuppe. Wir verstanden uns alle auf anhieb und hatten es ziemlich lustig zusammen. Dann packten wir zusammen und jeder stieg in sein Fahrzeug. Uwe wollte aber anstatt bis nach Abancay fahren, in Chalhuanca auf uns warten.

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Voller Erwartung fuhren wir weiter bergauf und dann endlich standen wir vor einer Schlucht, wie wir sie noch nie gesehen haben. Die Strasse schlängelte sich unglaublich steil in diese Schlucht hinunter und die Felswände ragten seitlich fast senkrecht hoch. Wir stürzten gut 30km weit regelrecht in diese Schlucht und überholten alle Lastwagen. Unten war es aber noch lange nicht fertig, denn wir folgten der Schlucht noch weiter Fluss abwärts. Innert kürzester Zeit waren die 60km vernichtet und wir fuhren in Chalhuanca ein. Beim Plaza stand auch schon Ursula. Auch sie wollten hier noch übernachten und durften das Wohnmobil gleich beim Plaza abstellen. Wir nahmen zusammen mit Uwe ein Zimmer im Hostal gegenüber. Nach einem lustigen Abend konnten wir das Angebot von Ursula und Peter, uns bis nach Cusco mitzunehmen, auch nicht mehr ablehnen. Den besten Teil der Strecke hatten wir zu diesem Zeitpunkt schon hinter uns und wir können es auch nicht mehr ignorieren, dass wir langsam wirklich einen Zeitdruck bekommen.

In Puquio haben wir uns auch entschlossen, unsere Fahrräder in Buenos Aires zu lassen und Patagonien per Bus zu bereisen. Uns wurde bewusst,  dass es unmöglich ist das riesige Patagonien mit den Fahrrädern zu erkunden. Alleine in Patagonien könnte man sich mindestens ein Jahr lang per Fahrrad austoben. Und einfach da runter flitzen, um das letzte Stück des Kontinentes auch per Fahrrad gemacht zu haben ist nun wirklich nicht unser Ding. Wie unsere treuen Blogleser sicher schon gemerkt haben, gehören wir nicht zu den Radpuristen hier. Solche haben wir zur Genüge kennengelernt. Das Fahrrad ist ein prima Reisemittel. Zweifellos das Beste überhaupt. Aber dass wir jeden Meter unbedingt per Pedales abtreten müssen, dazu sind wir einfach nicht hierhin gekommen. Wir stellen hier keine Weltrekorde auf, sondern lernen auf eine wunderbare Art einen Kontinenten kennen. Wir müssen nun einige Abstriche machen und Patagonien weglassen kommt überhaupt nicht in Frage. Aber bis dahin dauert es ja auch noch ein Weilchen…

So luden wir unsere Räder am nächsten Morgen ins Wohnmobil und fuhren los. Bei einer kleinen Open-Air Kneipe hielten wir an und assen etwas, da kletterten zwei Radfahrer den Berg hoch. Schon von weitem grinsten die Beiden breit, weil sie das Nummernschild des Wohnmobils sahen. Endlich mal wieder Schweizer Radler! Wir quatschten lange und zum guten Glück war er auch noch Velomechaniker. Sie haben genau das gleich Rad wie Milena und auch er hatte einen Felgenbruch. Offenbar eine Schwachstelle, denn die Firma hat sich bei ihm entschuldigt für die miesen Felgen. Er meinte, dass Milena mit ihren vier fehlenden Speichen und Gepäck wohl nicht mehr weit kommen würde. Na, hoffentlich finden wir 32-Loch Felgen in Cusco! Nach einem obligatorischen Gruppenfoto des Schweizer-Treffen liessen wir dann die Beiden weiter fahren. Gerne hätten sie auch eine Mitfahrgelegenheit wie wir gehabt, denn sie kämpften sich gerade einen ziemlich heftigen Pass hoch. Aber den Bus nehmen sie erst von Abancay aus nach Nordperu. Auch sie haben sich etwas in der Zeit verschätzt…

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Ursula und Peter sind keine Hetzer und halten ihre Etappen auch etwas kürzer. Die Zwei sind unheimlich liebe, gemütliche und unkomplizierte Camper. Wir hielten noch bei Thermalbädern ca. 40km nach Abancay. Dort zelteten wir, kochten Spaghetti und badeten mit rund 20 neugierigen Kindern in den heissen Thermalbädern. Da wurde uns sogar noch etwas Quechua beigebracht.

IMG_3780   Im Wohnmobil

Am nächsten Morgen nach dem Kaffee fuhren wir dann los nach Cusco. Also per Fahrrad in eine solche Chaos-Stadt mit engen Gassen zu fahren ist das eine, aber das Ganze mit einem Wohnmobil ist nochmals was ganz anderes. Peter aber blieb total cool. Er machte das ja auch schon zum hundertsten Mal… Oberhalb von Cusco gibt es einen Abstellplatz für Camper und da fuhren wir auch gleich hin. Uwe wartete schon. Da lernten wir noch einige Schweizer kennen. Ob das Zufall war, dass gerade der 1. August war…?!?

Zusammen mit Uwe bezogen wir dann ein Zimmer in der Nähe des Plazas, wo wir prima das Motorrad und die Fahrräder abstellen konnten. Der Blick der anderen Touristen war herrlich, als erst Uwe sein Motorrad hineinstellte und dann wir mit unseren Fahrrädern kamen. “Habt ihr etwa bei dem angehängt?” Hier hat es noch ein deutsches Paar, welches auch per Fahrrad unterwegs ist. Sie machen eine Weltreise und fingen per Rucksack an, kauften sich dann in Australien Motorräder und das passte ihnen auch nicht. Nun haben sie zwei Fahrräder. Sie fuhren per Bus von der Grenze Ecuador bis nach Cusco. Offenbar haben die Beiden Typhus und rennen nun von Arzt zu Arzt. Eine andere Schweizerin aus dem Hostal hat auch Durchfall und nun Angst, dass sie Typhus hat. Sie ging am nächsten Tag ins Spital. Jedenfalls kommen sie uns alle ziemlich fit vor wenn man daran denkt, dass sie eine der schwersten Reisekrankheiten überhaupt aufgelesen haben. Sie reisten extra nicht durch Bolivien, weil dort anscheinend eine ganze Epidemie ausgebrochen sei. Die Impfung haben sie nicht gemacht, weil sie eh nichts bringen sollte. Na gut, wenn das stimmt, dann bekommen wir nun auch Typhus. Wir teilen nämlich das Klo mit ihnen und haben schon Hände geschüttelt. Wir sind zwar geimpft, aber das bringt ja nichts. Ist also gut möglich, dass unser gemütliches Hostal bald zur Quarantänestation mutiert…

27.07.2011

Nasca-Puquio

Nach einem erholsamen Pausentag mit leckerem Essen erkundigten wir uns in Nasca nach einem Flug über die berühmten Geoglyphen in der Wüste vor der Stadt. Unter 120 US-Dollar pro Person war jedoch nichts zu kriegen, was uns dann doch ein bisschen zu viel war. Milena flog bereits einmal bei einer ihrer früheren Südamerikareisen über die Linien und fand den Flug selber viel spektakulärer als das was am Boden zu sehen war. Also verzichteten wir darauf und machten uns an die Vorbereitungen für die Andenüberquerung(Westkordillere), die uns auf dem Weg nach Cusco bevorstand. Da dürfen wir nämlich von 580m auf 4300m hoch fahren. “Wo sind meine Langen Hosen?!” fragte Oli verzweifelt als er sein ganzes Gepäck auf den Kopf stellte und sie einfach nicht finden konnte. Nachdem Milena auch Ihre Taschen durchsucht hatte und sie nicht zum Vorschein kamen wurde klar, dass sie wahrscheinlich in Pisco liegengeblieben sind. Die nächste Mission hiess also lange Hosen für einen 1.93 Meter Mann zu finden, in einem Land in dem kaum ein Einwoner über 1.80m misst. Wir klapperten nun wirklich jeden Kleiderladen in Nasca ab, aber die Verkäufer musterten Oli jeweils nur von oben bis unten und schüttelten lächelnd den Kopf. Die langen Hosen wären ja nicht so wichtig, würden wir weiter der Küste entlang radeln, aber wir haben in den nächsten Tagen Pässe von über 4000m zu überwinden, auf denen es empfindlich kühl werden kann. Etwas frustriert kaufte Oli halt 2 Paar lange Wollsocken die bis zu den Knien reichen. Sieht zwar etwas doof aus, sollte aber seinen Zweck erfüllen.

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Frischfröhlich fuhren wir am Samstag Morgen los in Richtung der monströsen Berge. Etliche Menschen riefen uns zu: “Tut das nicht! Da oben ist es kalt!!!” Ein älteres Paar hielt gar an, stieg aus dem Auto und fragte: “Wisst ihr was euch da oben erwartet? Da gibt es sogar manchmal Schnee!” Jaja, zum ersten mal wussten wir, auf was wir uns einlassen. Nur etwas Wichtiges haben wir völlig unterschätzt und zwar den Wasserverbrauch…

Eigentlich waren wir überzeugt, dass wir die 45km bis zum nächsten Minidorf mit Kiosk in einem Tag schaffen würden, doch die letzte Nacht setzte uns dann doch etwas mehr zu als erwartet. Eine nette Gruppe Party-Touristen sorgte nämlich dafür, dass wir die letzte Nacht in Nasca keine vier Stunden Schlaf bekamen. So suchten wir bereits nach 32km einen Platz zum zelten. Wir wussten, dass der Kiosk bei Km 45 kommt, doch unser super Reiseführer schrieb, dass dieser sich auf 2800m befindet (naja, immerhin verschätzten sie sich diesmal nur um 500 Höhenmeter. Das Dorf liegt nämlich auf 2300). Wir waren aber erst auf knapp 1900m und somit legten wir früher als geplant eine Übernachtung ein. Wir hatten jede Menge zu essen, aber der Wasservorrat reichte dummerweise nur für diesen einen Tag. Unser Wasserfilter konnten wir auch nicht gebrauchen, da alle Flüsse ausgetrocknet waren. Somit fiel der gute Nacht Tee schon mal aus und der Kaffee am nächsten Morgen gleich auch… Jedenfalls hatten wir einen wunderschönen Zeltplatz gefunden und genossen einen genialen Sonnenuntergang und Sternenhimmel.

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Am nächsten Morgen fuhren wir dann weiterhin die steile Serpendienstrasse hoch und so langsam machten wir uns etwas Sorgen wegen dem Wasser. Genau in diesem Moment fuhren zwei mit Japaner vollbesetzten Jeeps jubelnd und fotografierend an uns vorbei. Weiter oben hielten sie an, um ein paar schöne Landschaftsfotos zu schiessen. Wir kamen unten um die Kurve und sie knipsten uns mehrmals ab. Japaner sind lustige Leute und sie haben es meistens sehr eilig. Kein Wunder, wenn man lediglich zwei oder drei Wochen Ferien im Jahr hat. Von daher war es ein Wunder, dass wir sie um die nächste Kurve gerade noch erwischten. “Tiene Agua?” Fragende Blicke… “Do you have water?” Noch fragendere Blicke. Das internationale Handzeichen half dann und sie rannten wild umher und redeten unverständliches Zeugs. Oli bekam eine Flasche Wasser und Milena sogar eine Coca-Cola. Als Gegenleistung hielten wir dann für ein Fotoshooting hin. Erst mit der Tochter, dann mit dem Sohn und zum Schluss mit allen zusammen. Dann rannten sie ins Auto und liessen sogar erst noch den Kofferraum offen. Einer stieg aus, knallte ihn zu und sprang ins Auto zurück. Und Tschüss, schon waren wir wieder alleine… Wir setzten uns hin, tranken unser Wasser und Cola, schauten die wunderschöne Landschaft an und erst dann lachten wir uns fast kaputt!

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Das “Dorf” nennt sich stolz Huallhua und besteht aus rund 6 Häusern. Darunter ein kleiner Laden, der Wasser und Gaseosas (kohlensäurehaltiges Süssgetränk; wie kompliziert ist das denn?) verkauft. Wir stürmten den Laden regelrecht und kauften gleich alles an Wasser ein, welches im Regal stand. Rund 12 Liter, sowie 2,5 Liter Inka-Cola und zwei Gatorade Flaschen. Der hatte ja Freude an uns. Wir lernten dann noch einen Lastwagenfahrer kennen, welcher von Lima nach Cusco fährt und auch er braucht wegen der Pässe mehrere Tage bis nach Cusco. So ein vollbeladener Lkw quält sich manchmal nicht viel schneller als wir mit unseren Fahrrädern den Berg hoch. Auch wenn der Reiz gross ist, angehängt haben wir bis jetzt noch nie. Der Mann jedenfalls hatte eine Panne und wartete auf den Pannendienst. Einen TCS gibt es hier wohl auch!

Bei km 60 auf 3200müM zelteten wir noch einmal. Eigentlich war es fast unmöglich hier zu zelten und doch fanden wir ein ebenes Plätzchen. Es ging halt einfach etwas steil einen Hang hinunter, aber es war möglich. Nur konnte man uns von der Strasse aus sehen, doch ehrlich gesagt hatten wir überhaupt keine Bedenken. Grosse Steine hatte es allerdings und diese wollten wir erst wegräumen. Schon unter dem ersten Stein entdeckte Milena einen Skorpion. Da war natürlich erst einmal Panik angesagt und das unheimliche Tierchen wurde weit weg gebracht. Schlangen, Spinnen, alles ist egal, aber diese verflixten Skorpione…! Sind die nun giftig oder nicht? Jedenfalls blieb es bei dem einen Fund und wir stellten entspannt unser Zelt auf. Der Sternenhimmel war noch viel schöner als in der Nacht davor. Gleich unter der hellen Milchstrasse stand unser Zelt und wir mochten fast nicht schlafen gehen.

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Am nächsten Tag radelten wir durch eine hübsche, langsam grüner werdende Landschaft. Nicht selten dachten wir, wir seien in den schweizer Bergen. Die letzten zwei Tage hatten wir immer so Lust auf Orangen, da auf der Strasse so viele Orangenschalen lagen. Da hielt ein Pick-Up neben uns und ein Mann streckte uns zwei Orangen entgegen. Wow, geil! Die wurden gleich an Ort und Stelle verdrückt. Je weiter hoch wir fuhren, desto lebendiger und grüner wurde es. Riesige adlerartige Vögel flogen umher, wilde Degus (die sind hier wesentlich grösser als bei uns), die eher wie Häschen mit Riesenschwänzen aussehen hüpften auf den Steinen herum und plötzlich ertönte ein schrilles wiehern! “Wat’n dat?” Grosse beige Wollknäuel galoppierten in Herden vor uns davon und erst bei genauerem hinsehen erkannten wir hunderte von Vicuñas. Die sind ja gut getarnt in dieser gelb-braunen Pampa! Diese Lama-ähnlichen Tiere sind stark vom Aussterben bedroht und sind extrem selten zu sehen. Hier nicht, denn wir sind im Nationalreservat “Pampa Galeras” angekommen, welches eine Aufzucht- sowie eine Forschungsstation für Vicuñas und Guanacos (etwas grössere Art) betreibt. Hier sind sie geschützt und streifen zu Tausenden in freier Wildbahn umher. Vicuñas sind vor allem wegen ihrer Wolle beliebt, welche noch feiner als Baby-Alpaka sein soll. Ein Schal aus Vicuñawolle ist allerdings fast unbezahlbar und fällt für uns wohl als Souvenir weg…Alle 10m hielten wir an, um diese hübschen Tiere zu beobachten. Ihre Laute sind sehr eigenartig. Einige wiehern ähnlich wie Pferde und wenn sie andere warnen (zum Beispiel weil zwei Radfahrer kommen) schreien sie wie ein Meerschwein. Wir filmten und fotografierten wie blöd und kamen kaum noch vorwärts. Der Lastwagenfahrer von gestern hielt dann neben uns und meinte: “Los, ladet eure Räder hinten rein, ich bringe euch nach Puquio!” Wir lehnten Angesichts der vielen Tierchen und der wunderschönen Landschaft dankend ab. Niemals wären wir eingestiegen! Dieser Pass ist mit 100km zwar lang und auch hart, aber gleichzeitig auch wohl die schönste Strecke der letzten sieben Monate!

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DSCF5911 Diese ewigen Strassenblockaden…!

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“Huch”, Radfahrer…………………………………….schnell weg…!

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Als wir dann bei der Station auf über 4000m ankamen, klopften wir dort an und wurden gegen eine freiwillige Spende für den Park zum übernachten eingeladen. Für die zwei Nachtwächter waren wir wohl eine willkommene Abwechslung, denn hier oben läuft gar nichts. Wir kochten Tee und luden die Beiden ein. So erfuhren wir mehr über den tollen Nationalpark. Offenbar gehören dem nämlich rund 5800 Vicuñas und der Park erstreckt sich über 6500 Hektaren bis fast nach Puquio aus. Eine super Sache dieser Park! Dass dieser von den Touristen nicht rege besucht wird? Die Busse rasen hier einfach vorbei…

Die Nacht wurde ziemlich kalt. Um Mitternacht sollte das Thermometer auf unter -4° fallen. Kaum war die Sonne weg, wurde es schlagartig kalt. Wir kochten uns noch schnell Spaghetti und verkrochen uns dann in unsere Schlafsäcke. Die Ruhe hier oben ist wunderbar! Die Peruaner sind nämlich grundsätzlich etwas laute Menschen und die Autos hupen meistens die ganze Nacht lang ununterbrochen. Wir genossen diese Abgeschiedenheit sehr!

Früh am Morgen verabschiedeten wir uns von den netten Männern und gaben ihnen eine kleine Spende. Keine zwei Kilometer weiter, also rund 8km vor dem Pass trafen wir auf einen ziemlich harten Reiseradler, welcher gerade sein Nachtlager abbaute. Ernesto aus Südafrika radelt seit viereinhalb Jahren um die ganze Welt! In kurzen Hosen und T’Shirt stand er da, während wir sogar beim bergauf fahren dicke Jacken anhatten. Unglaublich was man hier auf den Strassen mitten im Nirgendwo so alles antrifft. Ihm steht die wohl genialste Abfahrt seiner Reise bevor, denn er fuhr in Richtung Nasca. Die 100km, welche wir hinauf krochen, wird er wohl in gut 3-4h hinuntersausen. Wie geil, dachten wir uns! So verabschiedeten wir uns von Ernesto und nahmen die letzten 8km zum 4330m hohen Abra Condorcenca in Angriff. Wieder hielten wir dauernd an wegen der Vicuñas und der sowas von spektakulär schönen Landschaft. Wir flippten fast aus! Dass wir uns langsam der Passhöhe näherten, merkten wir anhand der Lastwagen- und Busfahrer. Sturmhupen und Daumen hoch deutet immer auf “fast geschafft” hin. Ein Auto vollbesetzt mit jungen Männern bescherte uns sogar einen tosenden Applaus. Milena tat wohl die Höhe nicht so gut, denn zuerst redete sie mit dem Berg (?!?), dann fuhr sie über den Pass, ein Jubelschrei und sie verschwand hinter dem Berg… Das obligatorische Passfoto gibt es deshalb nicht, denn Milena war schon 200m weiter unten…! Aber wir stellten fest, dass der Pass gar keine 4330m hoch ist…

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Peru bescherte uns dann eine geniale Abfahrt. 30km durften wir runterflitzen bis auf 3100m. Die Landschaft sieht nun aus wie ein riesiges, kitschiges Gemälde…

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Milena bekam plötzlich Probleme mit ihrem Fahrrad. Beim bremsen holperte das Hinterrad unaufhörlich und als wir auf der anderen Seite des Flusses wieder hoch fuhren, bremste sie irgendetwas. Erst dachten wir, dass die Hinterradbremse verklemmt ist, doch dann fanden wir den Übeltäter: Doppelter Felgenbruch!!! Wir konnten es kaum glauben, aber ihre Hinterradfelge hat es regelrecht verfetzt. Zwei Risse, davon einer gut 6cm lang und zu allem Übel lappte die eine Hälfte über die andere. Darum bremste es immer, wenn der Riss bei den Bremsklötzen vorbei kam. So demontierten wir die Bremsklötze und Milena fuhr nur mit der Vorderradbremse und einem total ratternden Fahrrad 20km weit nach Puquio. Wir passierten das erste grössere Dorf seit drei Tagen und wurden auch gleich überrannt. Schulkinder rannten uns hinterher (war nicht so schwierig, denn wir krochen wieder mit 5km/h den Berg hoch) und bombardierten uns mit Fragen: “Redet ihr Englisch?” “Woher kommt ihr?” “Wo ist denn das?!?” “Europa???” Auf 3500müM ist es eine ziemliche Herausforderung einen Berg hoch zu pumpen und dabei noch so viele Fragen beantworten. Die Kleinen schnauften aber nicht weniger als wir…

Milena’s Fahrrad tönte immer übler und mittlerweile streifte der Riss auch am Schutzblech. Dass es nicht auch noch einen Platten gab, grenzte an ein Wunder. Der Pneu war an der Rissstelle aufgebläht und es ratterte ununterbrochen, als wir in Puquio einfuhren. Als wir den Reifen am nächsten Tag wegnahmen, traf uns fast der Schlag. Wie in aller Welt konnte das passieren?!?

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Wir fanden dann einen Fahrradmechaniker, der die Felge für CHF 10.- innert eineinhalb Stunden wechselte und das Rad neu einspeichte. Als wir das neue Rad abholen wollten, meinte der Mechaniker: “Tenemos un problema…”! Als wir das Ding sahen, kriegten wir fast einen Lachkrampf. Die alte Felge hatte 32 Löcher für die Speichen, die Neue aber dummerweise 36. Der Witzbold hat dann einfach vier Speichen weggelassen und einige sind ganz schön krumm. Naja, das ist halt eine richtige südamerikanische Lösung eines “Problems”, welches für die Peruaner wohl gar keines ist. Der Mann hat sich aber sehr Mühe gegeben und erstaunlicherweise hat es nicht mal eine Acht…! Dafür eiert es nun ein bisschen. Offenbar ist es hier in Peru nicht so einfach, eine 32-Loch Felge zu bekommen. Wir werden nun diese Notlösung ausprobieren und in Abancay oder Cusco weiter suchen. Ehrlich gesagt haben wir keine Ahnung, ob wir so lange fahren können oder nicht. Wir werden sehen…

20.07.2011

Pisco-Nasca

In Pisco legten wir noch einen Tag Zwangspause ein, da nun Oli auch das erste mal durchgeputzt wurde. Diesmal hat Montezumas Rache ihn erwischt. Er erbrach sogar den Tee, den eine Hotelangestellte ihm am Morgen gemacht hatte. Da die nächste Etappe fast 90km lang war, konnten wir an ein Weiterfahren gar nicht denken. Jetzt konnte für einmal Milena neben ihm auf dem Bett Chips essen und Inka Kola trinken. Sie fand es natürlich unheimlich lustig, dass ausnahmsweise mal nicht sie die Leidende war. Aber nicht mehr lange… Nun mal der Reihe nach:

Da Oli so ein Armer war durfte er im Windschatten fahren und wir kamen nach knapp 90km durch sandige Wüste in Ica an. Dort wollten wir eigentlich zur Oase Huacachina, doch Peru’s Strassenbeschilderung lässt ja leider etwas zu wünschen übrig. Milena fragte daraufhin zwei alte Männer, wo denn “die Oase” sei. Den Namen hat sie leider schon wieder vergessen. Die Männer starrten ungläubig: “Lauasa? Kennen wir nicht…” “Nein, nein, diese Oase halt mit dem See…” Da sagt der eine zum anderen:”Du, ich glaub die will ein Wasser kaufen.” Milena fing dann nochmals von vorne an: “Also, hier gibt es eine Oase, deren Name ich dummerweise vergessen habe.” “AHAAA… Huacachina… La Oasa!” Na endlich! Die netten Männer erklärten wild durcheinander wo wir denn nun durch fahren müssen. Milena musste sich konzentrieren, dass sie aus dem wirren Gerede überhaupt ein paar Wörter verstand. Aber wir fanden dann endlich den Weg und kamen am späteren Nachmittag in Huacachina an. Ein toller Ort! Einfach ein riesiger Spielplatz für Erwachsene. Wie früher im Sandkasten, aber einfach viel grösser.

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Nach einem leckeren, verspäteten Mittagessen suchten wir auch gleich ein Plätzchen zum schlafen und wurden schnell fündig. Im Garten eines Restaurants (bzw. einer Hospedaje) durften wir dann unser Zelt aufschlagen.

Der Hund der Restaurantbesitzerin war (wie so viele hier) mal wieder ein ganz hübscher Kerl… Aber er bewachte uns sehr gut…

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Die Oase ist von riesigen, rund 100m hohen Sanddünen umgeben, auf welche man hinaufstapfen und sich hinunterrollen lassen kann. Das ist ein unglaublicher Spass! Hier kann man auch Sandboards mieten und hinunterflitzen. Die eine grosse Düne vor unserem Hostal sah Nachts extrem unheimlich aus. Wie eine riesige Tsunamiwelle, die jeden Moment über einem bricht. Milena weiss das nämlich gut, hat sie doch mehr als die Hälfte der ersten Nacht draussen verbracht. Die Pilze in ihrem Mittagessen waren offenbar nicht so frisch, wie sie sein sollten. Mitten in der Nacht erwachte sie und ihr war unheimlich schlecht. Leider hatten wir diesmal kein Hotelzimmer mit Privatbad und die Gemeinschaftstoiletten waren rund 50m entfernt. Immerhin schaffte sie es gerade noch bis zu einem Bananenbaum um sich das Essen nochmal durch den Kopf gehen zu lassen. Zudem war es draussen ziemlich kalt (typisch Wüste) und es wehte ein unangenehmer Sandsturm. Kaum zurück im Zelt, durfte sie schon wieder losrennen. Da der Mensch ein Gewohnheitstier ist, wählte sie natürlich immer denselben Baum. Erst am nächsten Morgen sah sie die jungen hübschen Bananen an dem Baum hängen und bekam ein schlechtes Gewissen… Nach dem siebten Mal kam sie dann aber auf die Idee, unsere Faltschüssel, welche eigentlich zum Kleider und Geschirr waschen wäre und welche wir noch fast nie gebraucht haben, in die Apsis unseres Zeltes zu stellen. So musste sie jeweils nur noch den Kopf hinausstrecken. Am Morgen ging es ihr aber schlagartig wieder besser und nachdem wir das erste Mal den Sandberg hinunter rannten, verdrückten wir einen grossen Teller Spaghetti.

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Abends unternahmen wir noch etwas, was wir sonst nie tun würden: Eine Buggy-Tour! Als wir hier ankamen, lachten wir die Touris in diesen dämlichen Gefährten aus, doch die Besitzerin vom Restaurant machte uns ein gutes Angebot. So unternahmen wir halt auch so eine Tour und die war ziemlich lustig. Der Fahrer flitzte wie ein Blöder mit uns durch die Wüste. Eine Achterbahn der besonderen Art. Manchmal waren die Sanddünen ziemlich steil und sorgten beim runterfahren für ein kribbeln im Bauch. Plötzlich hielt unser Guide an und packte Sandboards aus. Dann durften wir auf dem Bauch liegend eine steile Sanddüne hinunter flitzen und dabei bekommt man ein ziemliches Tempo. Wir konnten dann noch den Sonnenuntergang von einer Düne aus beobachten und Oli durfte noch richtig Sandborden. Da das Brett natürlich auch etwas anders ist, gestaltete sich das auch für den leidenschaftlichen Snowboarder Oli etwas schwieriger. Sand verhält sich wohl doch etwas anders als Schnee. Er lag mehrmals eingesandet am Boden. Aber er schlug sich ganz gut…

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Nach zwei tollen Tagen in Huacachina fuhren wir weiter nach Palpa. Die Strecke war anfangs ziemlich langweilig, denn die Strasse ging stur gerade aus durch die Wüste. Da half sogar nicht mal mehr Musik hören. So knipste Oli halt einfach etwas herum. Einzige Abwechslung boten uns zwei andere Reiseradler, welche uns entgegen fuhren. Kim aus Korea und ein Engländer (Name schon vergessen). Wir quatschten etwas und sie fuhren dann weiter in Richtung Huacachina. Kim warnte uns noch, dass demnächst nur noch ein kleiner Kiosk und danach sehr lange nichts mehr kommt. Jaja, dann ist wohl noch ein kühles Inka-Kola fällig… Mittlerweile haben wir nämlich die hässliche Garua hinter uns gelassen und die Sonne lässt uns gehörig schwitzen.

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IMG_2842 Tschau, Tschau…

Tatsächlich liess das Mittagessen lange auf sich warten. Genaugenommen 88 km lang… In dem kleinen Restaurant wollte man uns auch gleich noch ein Hündchen (inkl. rosarotem Mäntelchen) schenken, doch wir lehnten dankend ab. Danach wurde die Stecke endlich wieder mal etwas interessanter. Die Strasse führte uns einen schönen Canyon entlang und wir durften auch mal wieder im ersten Gang den Berg hoch treten. Überhaupt sahen wir seit langem mal wieder Berge aus nächster Nähe. Nach einer rasanten Abfahrt kamen wir nach genau 101km in Palpa an.

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Momentan läuft der Copa America in Argentinen (Fussball) und an diesem Abend spielte Peru-Uruguay im Halbfinale gegeneinander. Zu Oli’s Glück hatte unser Zimmer Kabel-TV und er konnte das Spiel mit einem kalten Bierchen sehen. Leider aber hat Peru 2:0 verloren. Schade, hätte sicher eine super Party gegeben…

Die Fahrt nach Nasca war dann dank dem nervigen Gegenwind etwas anstrengender. Als wir den von Maria Reiche erstellten Aussichtsturm erreichten, konnten wir uns mal ein erstes Bild der Nasca-Geoglyphen machen. Auf englisch wurden wir von einem Mann gefragt, ob wir mit dem Fahrrad unterwegs sind. Ein Schweizer Paar, wie sich später herausstellte, ebenfalls mit Fahrrädern unterwegs und aus Zeitdruckgründen auf den Bus umgestiegen. Dort endet ihre dreimonatige Tour Von Santiago de Chile nach Lima. Somit trafen wir zum zweiten mal in 6 Monaten Schweizer Reiseradler!