24.11.2011

Ubatuba-Paraty

 

Unser kleines Paradies verliessen wir nur ungern. Der Strand “da Enseada” gefiel uns sehr und noch schöner war die Posada dort. Der nette Besitzer warnte uns noch vor zwei grossen Bergen, winkte uns noch und dann flitzten wir los Richtung Paraty. 80km lagen vor uns und die hatten es in sich. Nicht nur wegen der Berge, sondern auch landschaftlich hat der Weg einiges zu bieten. Erst passierten wir wieder ein paar kleinere Strände. Da diese meistens in einer Bucht zwischen zwei Hügeln liegen, heisst das jeweils steil bergauf und steil bergab. Dann ein Stück dem Strand entlang und wieder dasselbe von vorne. Dafür hatten wir öfters eine tolle Aussicht von da oben.

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Den ersten Berg überwindeten wir schnell, denn das Frühstück in der Posada war sehr ergiebig und wir kamen wunderbar vorwärts. Trotz bewölktem Himmel schwitzten wir aber wie blöd. Wenn hier die Sonne kommt, dann wird es richtig heiss! Der zweite Berg war dann schon gemeiner. 12km hechelten wir zwischen Sonne und bewölktem Himmel den nicht enden wollend Berg hoch und kurz vor dem Ziel wurden wir noch verregnet bzw. schwitzten wir in den Regenklamotten noch viel mehr. Zudem kam langsam das bei Radfahrern verhasste “ich muss dringend was essen”-Gefühl und bei der zusätzlichen Hitze geht da schnell gar nichts mehr. Da in Brasilien bis anhin die Versorgung immer super war, schleppten wir natürlich kaum Essen mit. Diesmal aber sahen wir das letzte Essbare vor 50km in Ubatuba…

Genau 1km vor der Passhöhe fanden wir dann aber versteckt im Dschungel und unmittelbar neben einem schönen Wasserfall einen kleinen Laden am Strassenrand, welcher zu unserer Freude gerade Würstchen auf dem Grill hatte. Zuerst mussten wir aber noch für ein Fotoshooting mit brasilianischen Touristen hinhalten. In der Kneipe sass auch noch eine Familie mit einem kleinen Hund, welcher alle vorbeigehenden Leute mit einem ekelhaften, hohen Kläffen vertreiben wollte. Am liebsten hätten wir ihm gleich eines der Würstchen in den Hals gesteckt. Sehr amüsant war auch die Mama. Wir gingen davon aus dass sie betrunken war, denn sie redete völlig wirres und unverständliches Zeugs. Wieder eine Situation wo wir uns darüber ärgerten, dass wir kein Portugiesisch gelernt haben. Das wäre bestimmt eine amüsante Unterhaltung gewesen. Mit dem Würstchensandwich im Magen ging es dann wieder rasant vorwärts. Auf der Passhöhe befand sich auch der Grenzübergang vom Kanton Saõ Paulõ nach Rio de Janeiro, wohl unser Letzter.

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Dann folgte eine wahnsinns Abfahrt bis kurz vor Paraty. Müde schoben wir unsere Fahrräder durch die Altstadtgassen, welche mitunter die schlimmsten Kopfsteinpflaster hatte die wir je zu Gesicht bekamen. Ein Bachbett wäre angenehmer gewesen… So schoben wir halt und suchten die günstige Jugendherberge aus unserem Reiseführer. Erst am nächsten Tag merkten wir, in was für einem Paradies wir gelandet sind…

Paraty ist eine Mischung aus der hübschen Kolonialstadt Mompos in Kolumbien und dem Naturparadies Mocoa (ebenfalls in Kolumbien, von welchem wir damals so geschwärmt hatten). Paraty ist sehr romantisch, angenehm ruhig mit bunten Häuschen, Strassenmusikern und Pferdekutschen zwischen den Gassen. Mit so einem hübschen Ort hatten wir nicht gerechnet…

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Wir fuhren zu einem Wasserfall mit einem Naturpool, wo wir baden konnten. Leider mussten wir das Paradies mit einigen anderen Touristen teilen und waren nicht alleine wie in Mocoa. Das Wasser war ziemlich kalt, aber da wir erst mal wieder einen Berg hoch fahren mussten, kam uns die derbe Abkühlung gerade recht…

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Am Nachmittag gingen wir noch zum Strand mit den vielen vorgelagerten Inseln. Unterwegs trafen wir noch auf eine grosse Gruppe dieser kleinen Äffchen, welche uns alle ganz empört anschauten. Sowas Niedliches!!!

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Wäre das Wetter etwas besser gewesen, wäre dies absolut der Hammer gewesen. Leider aber zogen immer wieder dunkle Wolken vorüber. Wir suchten dann etwas Muscheln am Strand und damit konnten wir kaum noch aufhören. So ganz nach dem Motto “wer hat die Schönste erwischt”

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